By Handball Wohlen_SUPERMFA on Dienstag, 20. Oktober 2026
Category: Männer

Matchbericht: SG HSC Suhr Aarau vs. SG Wohlen-Mutschellen

 Mit Moral und Drama zum Punkt

1. Liga: Suhr Aarau II – Wohlen-Mutschellen 35:35 (18:14)

Die SG Wohlen-Mutschellen kann vorerst in der Fremde nicht gewinnen. Wenigstens reichte es gegen Suhr Aarau noch zu einem Punktgewinn. Wobei die Betonung am Ende unbedingt auf «Gewinn» liegen muss. Mit bis zu fünf Toren Differenz lagen die Freiämter im Rückstand, doch sicherten sich in einem Drama-Endspurt den einen Punkt.

Wie vor Wochenfrist beim Heimsieg gegen Muotathal war SG-Trainer Alex Milosevic auch nach dem Auswärtsspiel bei der SG HSC Suhr Aarau II nudelfertig. «Schlussendlich können wir von einem gewonnenen Punkt sprechen. Dabei haben wir sicher mehr Schatten als Licht gesehen, aber am Ende Moral bewiesen. Das ist das Gute an den 60 Minuten.»

Etwas Licht, viel Schatten – und Rot für Schmid

Knappe vier Minuten vor dem Ende lagen die Freiämter mit 35:31 im Hintertreffen. In den letzten Phasen der Partie zeigte die Spielgemeinschaft erneut Comeback-Qualitäten. Tor um Tor wurde der Rückstand verkleinert. Dabei profitierten die Gäste vom Nachlassen der Hausherren. Zudem schwächte sich Suhr Aarau in der letzten Spielminute gleich doppelt mit zwei Zeitstrafen innerhalb von wenigen Sekunden. So konnten die Freiämter den Kopf gerade nochmals aus der Schlinge ziehen und nach dem 35:35-Ausgleich durch Fabian Rubi über den Punktgewinn jubeln.

Die Partie am Samstagabend in der Aarauer Schachenhalle entwickelte sich in der ersten Viertelstunde zu einem Duell auf Augenhöhe. Die Reserven des NLA-Teams übernahmen zu Beginn die Führung, der Aufsteiger aus dem Freiamt hielt dagegen. Nach dem 7:7 schlichen sich Ungenauigkeiten ins Spiel der Gäste ein. Die Hausherren nutzten diese konsequent aus und zogen in viereinhalb Minuten auf 12:7 davon. Grund genug für Gäste-Trainer Milosevic, das Team-Time-out einzuberufen.

Seine Ansprache an seine Mannschaft schien auf offene Ohren zu stossen. Mit drei Toren in Folge kamen die Freiämter bis auf 12:10 heran. Die Freiämter Spielgemeinschaft schnupperte so etwas wie Morgenluft, doch näher kam sie nicht. Ganz im Gegenteil. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit wurde Joshua Schmid nach einer Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt. Suhr Aarau nutzte diese Überzahl konsequent und führte zur Pause mit 18:14.

Nach dem Seitenwechsel pendelte sich der Vorsprung der Hausherren zwischen zwei (18:16) und fünf Toren (24:19) ein. Die Gäste bemühten sich, doch Suhr Aarau wusste fast immer eine Antwort. Und doch stand es plötzlich nur noch 25:24 für die Gastgeber. Die Freiämter hatten zwar das Momentum so halbwegs auf ihrer Seite, der Ausgleich wollte vorerst nicht gelingen. Und so schnell der Anschluss geschafft wurde, so schnell lagen die Freiämter dann aber auch wieder mit vier Längen im Rückstand. Knappe sieben Minuten vor dem Ende erzielte Noam Hunziker das 34:30. Der Rest der Geschichte ist bekannt, am Ende wurden die Gäste für ihre Moral und die dramatische Wende mit dem Punktgewinn belohnt.

Einigkeit in Spielanalyse

Nach der Partie war im Lager der Freiämter der Tenor einhellig. «Wir haben heute einen Punkt gewonnen», liess Rückraumspieler Patrick Zubonja verlauten, während ihm Joshua Schmid still zunickte. Selbst wollte sich Schmid nicht zur Partie äussern.

Für Trainer Alex Milosevic war ebenfalls klar, dass seine Mannschaft einen Punkt gewonnen und nicht verloren hatte. «Im Rahmen unserer Möglichkeiten und dem Verlauf der Partie können wir mit dem Punktgewinn zufrieden sein. Wir haben Lösungen gefunden, als sie Amer Zildzic aus dem Spiel genommen haben. Darauf können wir aufbauen.»
--ch