Aufstiegs-Matchbericht: SG Freiamt vs. RG Vaud La Côte
Die Freundinnen jubeln
Die Frauen der SG Freiamt steigen nach einem diskussionslosen 29:20-Sieg in die 1. Liga auf
Irgendwie konstant, irgendwie nervös. Die SG Freiamt gewinnt trotzdem souverän gegen RG Vaud aus der Westschweiz. Das Team lässt sich von den 350 Zuschauern feiern und zeigt ganz viel Emotionen.
Stefan Sprenger, Wohler Anzeiger
Es kommt ganz fest von Herzen. Und das spürt man. Francine Biffiger, die frühere NLA-Spielerin, ergreift nach Spielschluss das Mikrofon. Sie spricht zu den 350 Zuschauern. «Unglaublich schön» sei der Sieg, der Aufstieg, der Support von den Rängen. Das Team dankt zudem dem Trainerduo Jochen Külling und Matthias Baumgartner mit schönen Worten und Geschenken. Und es bedankt sich mit einem Plakat auch bei den Fans «für die Unterstützung». Minutenlang wird geklatscht in der Halle. Es sind schöne Szenen voller Emotionen.
Bedeutend für den Frauenhandball im Freiamt
Im Publikum sitzen ganz viele Juniorinnen, die sich riesig freuen. Marilen Küng, 23 Jahre alt, hat im zweiten Aufstiegsspiel sechs Tore erzielt. Die Murianerin ist selbst Trainerin der U14-Juniorinnen und sagt: «Mein ganzes Team ist hier. Es ist auch für sie ein toller Tag, denn wir haben ihnen gezeigt, was auch sie einmal erreichen können», so die angehende Lehrerin. Der Aufstieg sei auch für die Zukunft des Frauenhandballs im Freiamt von grosser Bedeutung. Küng sagt weiter: «Die Stimmung in der Halle war cool und hat uns getragen.»
Die SG Freiamt geht mit einem Drei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel (25:28) in das Rückspiel dieser Aufstiegsrunde. Gegen RG Vaud aus der Westschweiz wirkt das Team phasenweise hoch konzentriert – aber auch teilweise nervös. Doch auch der Gegner ist wacklig. So gibt es ein fehlerhaftes Spiel. Francine Biffiger, die erfahrenste im Team, analysiert: «Manchmal konstant, manchmal nervös. Wir konnten uns lange nicht absetzen. Aber ich hatte auch nie wirklich Angst, dass wir die Partie aus den Händen geben könnten.» Zur Pause steht es 15:13 für die SG Freiamt. In der 40. Minute steht es 20:18. Alles offen für die Schlussphase. In der 49. Minute trifft der Gast zum 23:20. Geht da noch was für die Westschweizerinnen?
Die Antwort ist klar: Nein. Die Luft ist draussen. Den Gästen gelingt bis zum Schlusspfiff kein einziges Tor mehr. So surfen die Freiämter Frauen dem Sieg entgegen. 29:20 heisst es am Ende. Nora Hecht ist mit acht Toren die beste Werferin der SG Freiamt. Die 20-jährige Studentin aus Wohlen sagt: «Ich habe diese 60 Minuten sehr genossen. Ich glaube, ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Das hat uns gepuscht. Das alles gemeinsam mit diesem tollen Team zu erleben und nun den Aufstieg zu feiern, das bedeutet mir viel. Wir haben das alle miteinander geschafft.» Ganz viel hat man investiert. Im letzten Jahr scheiterte man wegen drei Toren am Aufstieg. Und jetzt hat man es geschafft. «Ich versuche immer mein Bestes zu geben. Ich glaube, das ganze Team tut das.
Und das werden wir auch nächste Saison in der 1. Liga tun, wenn unser Ziel klar Ligaerhalt heisst», so Hecht. Die SG Freiamt mit dem Trainerduo Jochen Külling und Matthias Baumgartner hat ihr Ziel erreicht und darf stolz sein. «Wir sind alles Freundinnen im Team. Wir sind neugierig und voller Vorfreude, was in der 1. Liga auf uns zukommt. Wir wollen auch nächste Saison so viel Spass haben wie jetzt», sagt Marilen Küng. Die SG Freiamt feierte in der «Zanzibar» gemeinsam mit den Männern den Aufstieg. Auch ein schönes Zeichen.
